Öffentliche Entwicklungshilfe darf jetzt nicht gekürzt werden

Die Finanzkommission des Nationalrats hat vergangene Woche mit 11 zu 10 Stimmen empfohlen, die Entwicklungshilfe um zwei Milliarden Franken von 0,5 Prozent auf rund 0,3 Prozent des Bruttonationaleinkommens (BNE) zu kürzen. Die Schweizerische Evangelische Allianz SEA ist enttäuscht über diese Haltung, die vor allem die ärmsten Menschen in der Welt treffen würde.

Dringend nötige Hilfe

Im Jahr 2014 hat die Entwicklungshilfe aufgrund eines Parlamentsentscheides gerade 0,5 Prozent des BNE erreicht. Das sind über drei Milliarden Franken und rund 6 Prozent der gesamten Bundesausgaben. Für etwas mehr Gerechtigkeit in der Welt und Hilfe für die ärmsten Teile der Weltbevölkerung ist dies ein Tropfen auf den heissen Stein – aber ein wichtiger Tropfen! Für viele Menschen, die von dieser Hilfe profitieren, bedeutet es die rettende Hilfe, die ihnen das Überleben sichert, Hoffnung schafft und die Zukunftsperspektiven für sie selber, ihre Familien und ihre Kinder ein bisschen besser macht.

Sinnvolle Hilfe

Die Hilfe jetzt gerade wieder zu kürzen, wo sie die 0,5 Prozent-Marke erreicht hat, ist höchst fragwürdig und würde wohl auch von der internationalen Gemeinschaft wenig verstanden. (Das von der UNO empfohlene Entwicklungsziel liegt bei 0,7 Prozent). Angesichts der aktuellen Flüchtlingssituation wird auch immer offensichtlicher, dass extreme Armut nicht nur grosses Unrecht bedeutet, sondern auch gefährliche Konsequenzen haben kann und zudem weitere hohe Kosten verursacht. Es ist durchaus sinnvoll, mit Entwicklungshilfe auch dem Auseinanderdriften zwischen Arm und Reich entgegenzuhalten. Für die Mehrheit der Weltbevölkerung – auch in der Schweiz – ist das mittelfristig ein besserer Weg.

Bund und Private tragen Verantwortung

Die Schweizerische Evangelische Allianz SEA engagiert sich mit ihren Arbeitsgemeinschaften und Fachgruppen (StopArmut, Interaction, Hoffnungsnetz, Arbeitsgemeinschaft Klima, Energie, Umwelt) für eine nachhaltige und gerechte Entwicklung, sowohl in der Schweiz als auch weltweit. Diese Arbeitsgemeinschaften und ihre Fachgremien befürworten eine solide öffentliche Entwicklungshilfe. Es ist erforderlich, sinnvoll und effizient, dass sowohl private Akteure als auch die öffentliche Hand ihren Beitrag zur Bekämpfung der Armut und für die Entwicklung armer Bevölkerungsgruppen leisten. Der Einsatz für Solidarität und für mehr globale Gerechtigkeit ist eine christliche Einstellung.

Quelle und Copyright Logo: Schweizerische Evangelische Allianz

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