Die Botschaft der Reformation heute

Als einen „Akt der Befreiung“ hat der Ratsvorsitzende der Evangelischen Kirche in Deutschland (EKD), Landesbischof Heinrich Bedford-Strohm, den Beginn der Reformation gewürdigt. Der legendäre Thesenanschlag durch Martin Luther sei eine Befreiung für diesen persönlich, für die Kirche und für die Welt gewesen, so der Ratsvorsitzende im Festgottesdienst in der Wittenberger Schlosskirche. Bedford-Strohm: „Und nun sitzen wir hier 500 Jahre später als Menschen in einem Land, das ebenfalls mit sich ringt.

Als ein Land, das so gesegnet ist wie nie zuvor. Als ein Land, das ein beeindruckendes Maß an Empathie gezeigt hat. Als ein Land, das viele Anstrengungen unternommen hat, auch moralische Anstrengungen. Und zugleich als ein Land, in dem manche sich moralisch überfordert fühlen. Als ein Land, in dem Menschen Angst haben, ihre gewohnte Welt zu verlieren, ihre Sicherheit zu verlieren. Als ein Land, das sich nach Heimat sehnt. Als ein Land, das deswegen die reformatorische Botschaft von der Rechtfertigung allein aus Gnade so dringend braucht!“

In seiner Predigt über eine Passage aus dem Brief des Paulus an die Römer dankte Bedford-Strohm dem Vorsitzenden der Deutschen Bischofkonferenz, Kardinal Reinhard Marx, für Mut und Geschwisterlichkeit im Reformationsjahr.

Bedford-Strohm: „Und ich rufe am 500. Jahrestag der Reformation von Wittenberg aus dem Papst in Rom zu: Lieber Papst Franziskus, Bruder in Christus, wir danken Gott von Herzen für dein Zeugnis der Liebe und Barmherzigkeit, das auch für uns Protestanten ein Zeugnis für Christus ist. Wir danken für deine Zeichen der Versöhnung zwischen den Kirchen. Und wann immer du einmal hierher nach Wittenberg kommst, dann werden wir dich ein halbes Jahrtausend nach der Verbrennung der Bannbulle von ganzem Herzen willkommen heißen! Wir wollen mit Christus reden und dann mutig voranschreiten. Wir vertrauen darauf, dass der Geist unserer Schwachheit hilft!“

An dem Gottesdienst am 31. Oktober 2017 in der Wittenberger Schlosskirche nahmen neben Bundespräsident Frank-Walter Steinmeier, Bundeskanzlerin Angela Merkel und Bundestagspräsident Wolfgang Schäuble zahlreiche Gäste aus Gesellschaft, Politik und der weltweiten Ökumene teil.

Quelle: ots/Presseportal, Copyright Logo: EKD – Evangelische Kirche in Deutschland

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