Gewalt gegen demonstrierende Katholiken im Kongo

Die Gesellschaft für bedrohte Völker (GfbV) hat die gewaltsame Niederschlagung von regierungskritischen Demonstrationen katholischer Laien im Kongo verurteilt. Beim Einsatz von schwer bewaffneten Sicherheitskräften und Wasserwerfern gegen friedliche Demonstranten in Kongos Hauptstadt Kinshasa wurde  erneut ein Regierungskritiker getötet.

Auch in den Städten Kisangani und Lubumbashi wurden Proteste der katholischen Laienorganisation CLC gewaltsam niedergeschlagen. Mindestens drei Priester wurden in Kisangani festgenommen. „Kongos Präsident Kabila disqualifiziert sich mit seiner blinden Gewalt gegen alle Kritiker. Als Staatspräsident wird er immer untragbarer. Mit seiner brachialen Gewalt gegen friedliche Demonstranten gibt er seinen Kritikern recht, die seinen Rückzug von den Staatsämtern fordern“, erklärte der GfbV-Direktor Ulrich Delius am Sonntag in Göttingen. Bei vorangegangenen Protesten der CLC gegen Präsident Kabila waren im Dezember 2017 und Januar 2018 fünfzehn Demonstranten von Sicherheitskräften getötet worden.

Wieder einmal sind Kongos Sicherheitskräfte rücksichtslos gegen Demonstranten vorgegangen. Dabei hatten sie sich heute zum Ziel gesetzt, dass es nicht erneut Tote geben sollte. Mit dieser Strategie wollte man die wachsende Kritik in der Katholischen Kirche an Präsident Kabila eindämmen. Denn in der Kirche und unter ihren Gläubigen wird der Ruf immer lauter, Kabila solle öffentlich zusichern, dass er bei den für Dezember 2018 geplanten Wahlen nicht erneut als Kandidat antritt. Kabila regiert seit Dezember 2017 ohne offizielles Mandat.

Breite Bevölkerungskreise werfen ihm Misswirtschaft, Korruption und Machtmissbrauch vor. Allein im Zeitraum zwischen 2013 und 2015 verschwanden 610 Millionen Euro Einnahmen des Staates aus dem Abbau von Mineralien. Dem Präsidenten wird nachgesagt, gemeinsam mit seiner Ehefrau mindestens 80 Unternehmen zu besitzen oder zu kontrollieren.

Seit Monaten fordert die politische Opposition einen Rückzug Kabilas aus seinen politischen Ämtern. Nachdem Kabila sich auch nicht an einen unter Vermittlung der Katholischen Kirche entwickelten Plan zur Lösung der Staatskrise hielt, mobilisiert nun eine Plattform katholischer Laien tausende Gläubige, um gegen den Machtmissbrauch zu protestieren. Die heutigen Demonstrationen waren von den Behörden verboten worden.

Quelle: ots/Presseportal, Copyright Logo: GfbV – Gesellschaft für bedrohte Völker

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