Gottfried Locher verlässt die Evangelisch-reformierte Kirche Schweiz EKS

Der Präsident der Evangelisch-reformierten Kirche Schweiz, Gottfried Locher, hat heute in einem Schreiben an den Synodepräsidenten mitgeteilt, dass er aus seinem Amt ausscheiden werde.

Gottfried Locher hat den Ratsvorsitz seit 2011 geführt. In seine Amtszeit fallen gewichtige Neuerungen, insbesondere die gesamtschweizerische Kirchenverfassung, welche den Grundstein zur Evangelisch-reformierten Kirche Schweiz EKS gelegt hat. Gegenüber den Bundesbehörden und der Verwaltung, im ökumenischen sowie im interreligiösen Dialog, ist die EKS heute gut positioniert. Als Präsident der Gemeinschaft Evangelischer Kirchen in Europa GEKE hat Gottfried Locher zudem im internationalen Kontext gewirkt.

Präsidentschaft nur mit voller Handlungsfähigkeit möglich
Die Handlungsfähigkeit des Präsidenten war seit einigen Wochen wegen eines Geschäfts, das dem Rat am 13. April zugetragen wurde und seither intensiv behandelt wird, eingeschränkt. Der Sachverhalt ist nicht erstellt oder erhärtet und wird nun erst abgeklärt. Dennoch: Vor dem Hintergrund der bestehenden Herausforderungen der EKS sowie der aktuell beschränkten Gestaltungskraft als Präsident hat Gottfried Locher im Gespräch mit dem Rat beschlossen, sein Amt per sofort abzugeben. Eine Diskussion um seine Person soll nach dem Willen von Gottfried Locher die Arbeit der Evangelisch-reformierten Kirche Schweiz nicht erschweren. Gottfried Locher will mit seinem Ausscheiden ein Zeichen setzen, damit sich alle Kräfte auf die Weiterentwicklung der Kirche konzentrieren können. In einem Brief an den Synodenpräsidenten hat Gottfried Locher sein Ausscheiden aus dem Amt heute bekannt gegeben.

Der Rat der EKS respektiert diesen Schritt von Gottfried Locher und dankt für seine Verdienste für die Evangelisch-reformierte Kirche Schweiz.

Aufarbeitung innerhalb der EKS nicht abgeschlossen
Die Aufarbeitung des Geschäfts innerhalb der EKS geht weiter. Der Rat hat bereits am 17. April 2020 – zu diesem Zeitpunkt bestehend aus Esther Gaillard, Ruth Pfister, Ulrich Knoepfel, Pierre-Philippe Blaser und Daniel Reuter – beschlossen, dass der komplexe Sachverhalt von einer externen Stelle unabhängig untersucht werden soll. Die Stelle wurde inzwischen bestimmt. Der Rat steht mit den Präsidien der Synode und der Geschäftsprüfungskommission diesbezüglich in Kontakt, um die diversen Abklärungen zu koordinieren. Nach dem Ausscheiden eines Ratsmitglieds und des Ratspräsidenten will die EKS Klarheit, um aus den Geschehnissen die richtigen Schlüsse ziehen und letztlich gestärkt hervorgehen zu können.

Bis zur Neubesetzung des Präsidiums werden Vizepräsidentin Esther Gaillard und Vizepräsident Daniel Reuter die Geschäfte führen. Der Rat und die Geschäftsstelle gewährleisten, dass der reibungslose Betrieb sichergestellt ist.

Bild: © EKS | Monica Schulthess Zettel

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