China: „Inoffizielle Christen“ vom Ökumenischen Rat der Kirchen allein gelassen

Die Gesellschaft für bedrohte Völker (GfbV) hat dem Ökumenischen Rat der Kirchen (ÖRK) vorgeworfen, die Verfolgung von Christen in China zu ignorieren. Ausserdem kritisierte die Menschenrechtsorganisation, dass der ÖRK keinen Kontakt zu nicht offiziell anerkannten kirchlichen Stellen in der Volksrepublik aufgenommen habe.

„Der ÖRK-Generalsekretär Olav Fykse Tveit huldigt bei seiner derzeitigen China-Reise den wirtschaftlichen Erfolgen von Chinas KP-Führung, während zeitgleich von den Behörden Kirchen niedergerissen und protestierende Gläubige unter Hausarrest gestellt werden. Statt für unterdrückte und misshandelte Christen einzutreten, biedert sich der ÖRK bei ihren Verfolgern an“, kritisierte der GfbV-Direktor Ulrich Delius am Mittwoch in Göttingen. Die ÖRK-Delegation besucht vom 7. bis 16. Januar 2018 die Volksrepublik. Treffen mit nicht offiziell registrierten Kirchenvertretern und Gläubigen sind nicht vorgesehen.

Am Dienstag wurde in der Stadt Linfen in der Provinz Shanxi trotz der Proteste von vielen Gläubigen die Hauskirche Goldener Leuchter von den Behörden zerstört. Das im Jahr 2009 nur mit Spenden von Gemeindemitgliedern errichtete imposante Gotteshaus wurde von einem grossen Sicherheitsaufgebot hermetisch abgeriegelt und dann von einem Sonderkommando gesprengt. Protestierende Gläubige wurden unter Hausarrest gestellt. Seit dem Bau der Hauskirche war es immer wieder zu Auseinandersetzungen zwischen Behörden und Gemeindemitgliedern gekommen. So musste der Pastor Yang Xuan dreieinhalb Jahre Haft verbüßen und seine Ehefrau Yang Caizhen wurde zwei Jahre in einem Arbeitslager festgehalten.

In der Region Xinjiang wurde Silvester in der Stadt Qingshuihe eine protestantische Kirche von den Behörden geschlossen. In der Stadt Xian (Provinz Shenxi) wurde zeitgleich ein katholisches Gotteshaus niedergerissen.

„Für den ÖRK-Generalsekretär scheint diese Verfolgung kein Problem zu sein. Er preist China, weil das Land in 30 Jahren die meisten Christen in der Welt zählen könnte. Er übersieht dabei allerdings, dass dies zumeist Gläubige sein werden, die nicht offiziell anerkannten Religionsgemeinschaften nahestehen“, erklärte Delius. „Diese selektive Wahrnehmung der schwierigen Lage der Christen in China ist zynisch und hilft nur ihren Verfolgern. Chinas Christen ist nur mit deutlichen Worten geholfen, die die Machthaber der Volksrepublik an die verfassungsrechtlich garantierten Rechte der Gläubigen erinnern.“

Quelle: ots/Presseportal, Copyright Logo: Gesellschaft für bedrohte Völker (GfbV)

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