Schweiz: Die Gewinner des StopArmut-Preises

Die Gewinner des diesjährigen StopArmut-Preises stehen fest: zwei kreative Werke, zwei Integrationsprojekte und eine Predigt. Im Rahmen der Nationalen Flüchtlingskonferenz am 19. November werden die Projekte präsentiert und den Gewinnern die Preise übergeben.

Mit Fokus auf das Thema Migration wird der diesjährige StopArmut-Preis an fünf Projekte und Werke verliehen: einer Tanzperformance und zwei Gemälden in der Kategorie «Kreativ», einem Koch- und einem Quartierprojekt in der Kategorie «Projekt» und einem Beitrag in der Kategorie «Predigt». Die Gewinnerprojekte und -werke werden an der Nationalen Flüchtlingskonferenz am 19. November in Bern vorgestellt und prämiert. Die Preise werden u.a. von der Heilsarmee-Brocki und vom Theologisch-Diakonischen Seminar Aarau gesponsert.

Migration künstlerisch dargestellt

Der Kreativ-Preis geht an zwei Künstlerinnen: Kjersti Sandstö verbindet mit der Performance «3 Milliarden» gekonnt Video und Ballett. Ihr Ziel sei es gewesen, eine Performance zu choreografieren, die «das Thema Migration/Armut provokativ und tänzerisch umsetzt». Die Performance wird im Rahmen der Flüchtlingskonferenz erstaufgeführt.

Die zweite Gewinnerin, Ursula Zurbrügg, malte zwei Acrylbilder. In der Familie der Künstlerin leben auch zwei minderjährige Flüchtlinge aus Afghanistan. Wenn sie dann im Atelier an ihren Bildern arbeitet, seien ihr die Themen Kultur, Hoffnung und Verzweiflung sehr gegenwärtig, erklärt Zurbrügg die Entstehung der Gemälde.

Ausgezeichnete Integrationsprojekte

Mit «Treffpunkt Küche» der reformierten Kirche Uster und «Na(c)hbar» des Hilfswerkes Operation Mobilisation in Winterthur-Seen wurden zwei Projekte ausgezeichnet, die sich für die Integration von Geflüchteten stark machen. Beim «Treffpunkt Küche» besuchen Einheimische Kochkurse, die von Flüchtlingen durchgeführt werden und lernen somit deren Kultur kennen. «Na(c)hbar» ermutigt zum Kontakt mit Migrantenfamilien und bietet Hilfe dort an, wo sie benötigt wird, z.B. in Deutschkursen, Kindernachmittagen oder durch eine Reinigungsfachkräfte-Vermittlung.

Ruhe auf der Kanzel?

Mit 27 Einreichungen in drei Sparten sind die Organisatoren des StopArmut-Preises zufrieden. Die 9-köpfige Jury bedauert allerdings, dass nur wenige Predigten eingereicht wurden. Hansjörg Keller, Jury-Mitglied und Leiter Radio Life Channel, bringt es auf den Punkt: «Zu hoffen ist, dass in Schweizer Kirchen auch zu unbequemen Themen Stellung bezogen wird. Ich glaube nicht, dass die vier eingereichten Predigten als Referenz stehen. Die Themen Flucht und Migration sind jedenfalls in der Bibel an verschiedenen Orten anzutreffen.»

Die Gewinner-Predigt von Michel Sommer zur Bibelstelle 5. Mose 26 überzeugt dafür umso mehr. «Wir sind alle Migranten – eine Identität, die es als Christen wieder zu entdecken gilt», betont Sommer, der Dozent auf dem Theologischen Seminar Bienenberg ist.

Siebter StopArmut-Preis

Der StopArmut-Preis wird dieses Jahr bereits zum siebten Mal verliehen. Prämiert werden herausragende Projekte und Werke, die sich mit dem Thema Migration, Integration und Armut auseinandersetzen, und dadurch die Schweizer Bevölkerung für Gerechtigkeits- und Armutsthemen sensibilisieren. Der Preis soll Christinnen und Christen motivieren, sich stärker für globale Gerechtigkeit einzusetzen.

Eine Übersicht aller Nominierten findet sich unter www.stoparmut.ch/preis.

Programm und Anmeldemöglichkeit zur Nationalen Flüchtlichskonferenz unter www.stoparmut.ch/konferenz.

Quelle und Copyright Logo: SEA – Schweizerische Evangelische Allianz

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