ist nicht harmlos. Die Bildungsbürokratie feiert Urständ. Ja, auch ich wehre mich mit aller Kraft gegen dieses unnötige Projekt. Und ich bin sehr froh darüber, dass mein Sohn, wenn er nach den Sommerferien in den Kindergarten kommt, dort noch nicht mit Buchstaben und Ziffern konfrontiert wird.
Was sollen Rechnungsspiele im Kindergarten, die den Fünfjährigen das Jonglieren mit Zahlen spielerisch näherbringen sollen? Man kann doch damit warten, bis den Kindern der Schulstoff - wie es nun während Jahrzenten bestens geklappt hat - in der Schule gründlich verleidet wird, das ist doch dann noch früh genug, oder? Ich selber habe ja praktisch alles, was ich heute kann, zu Hause, auf der Strasse, in den Sportvereinen, in der Musikschule und mit der Taschenlampe unter der Bettdecke gelernt. Zwar nein, etwas ganz Wichtiges habe ich doch der Schule zu verdanken, nämlich, dass mein Gehirn heute so arbeitet, wie das einer Frau. Es kann nämlich zwei Dinge gleichzeitig tun und das habe ich tatsächlich in der Schule gelernt. Ich tat dort nämlich möglichst unauffällig Dinge, die mir Spass machten und war gleichzeitig immer mit einem Ohr an der Wandtafel, um bei Bedarf eine halbwegs passende Antwort zu geben. Und so flexible Gehirne sind es doch immerhin, die heute gefragt sind. Aber Zahlen und Ziffern schon im Kindergarten? Ach, lasst doch den Quatsch. Ich schreib das hier gerne mal als Appell auf und hoffe, dass es wenigstens ein paar Bildungsbürokraten beiden Geschlechts lesen. Und sonst kann ich denen ja gerne auch mal anrufen. Mein Sohn tippt mir sicher, wie er das immer tut, die Nummer.