Claudia Freund, Mitarbeierin der Weltmission der Evangelisch-methodistischen Kirche (EMK) Deutschland, hat sich seit ihrer Rückkehr nach Kenia Anfang dieses Jahres wesentlich der Unterstützung der Vertriebenen und Flüchtlinge gewidmet. Dies geschieht in enger Zusammenarbeit mit der Methodistischen Kirche Kenias, deren Vorsitzender Bischof Dr. Stephen Kanyaru sie speziell um diesen Dienst gebeten hat.
Sie schreibt in einer E-Mail von dieser Woche: „Die Situation bleibt angespannt und scheint auch schwieriger zu werden. Die Vertreibung, das Töten geht weiter und verlagert sich auf andere Städte in Westkenia. Bei uns ist nach wie vor noch alles ruhig. Aber im Westen Kenias muss es schlimm aussehen. Straßen werden blockiert, so dass keine Hilfe mehr zu den Flüchtlingen gelangen kann. In Nairobi werden die Kikuyus bedroht, ihre Geschäfte und Mietshäuser werden angesteckt. (...) Wie das alles noch weiter geht, weiss keiner. Aber je länger es dauert, desto schwieriger wird es für Kenia. Bitte gebt weiter, dass für Kenia gebetet wird.“
Gestern hat sie mit einem Hilfstransport der methodistischen Kirche und Bischof Kanyaru ein Flüchtlingslager in Nakuru besucht. Dort lebten bei ihrem ersten Besuch vor einer Woche noch 2500 Menschen. Nun sind es schon 8000 Menschen. Allein im Nakuru Distrikt gibt es über 200.000 Flüchtlinge.
"Wir bitten um weitere Gebete für Kenia, dass die Vermittlungsbemühungen des früheren UNO-Generalsekretärs Kofi Annan Erfolg haben", schreibt Thomas Kemper von der EMK Weltmission und weiter: "Zurzeit ist auch eine internationale Delegation des Ökumenischen Rates der Kirchen in Kenia, um den Kirchen im Land, die sich inmitten der eskalierenden Gewalt aktiv für Frieden einsetzen ihre Solidarität zu bekunden. Der Generalsekretär des ÖRK, der aus Kenia stammende methodistische Pastor Sam Kobia sagt: 'Mein Land ist nicht wieder zu erkennen.'"
Quelle: Thomas Kemper, EMK Weltmission