Emil Brunner. Theologe im 20. Jahrhundert
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Emil Brunner – ein Grosser unter den Grossen
Es war in bestimmtem Sinne gar kein Wissenschaftler, er war eigentlich Verkündiger: Er sah den Kern des Glaubens im Vertrauen auf den Christus, er erkannte die Offenbarung im persönlichen Reden Gottes, er spitzte die Aufgabe des Menschen zu auf die Ver-Antwortung vor Gott, also seine Pflicht, Gott Antwort zu geben. Kurz: Es geht um Gott und meine Antwort, um nichts anderes. Jehle widmet diesem Fokus sein ganzes Buch. Dabei wechseln sich Biographie und theologische Darstellung ständig ab, und während jene detailgetreu dargestellt wird, so fasst Jehle diese in aller Kürze ins Auge, so dass es sich noch immer lohnt, Brunners eigenes Wort nachzulesen. Jehle zeichnet den Werdegang nach, das Engagement in der Kirche, der Ökumene, der Oxfordbewegung für praktisches Christentum, er würdigt den unermüdlichen Dozenten, Redner, Prediger, Schreiber und Schaffer. Dabei geht er auch kritisch zu Werke: Etwa bezüglich des fragwürdigen Antikommunismus des späten Brunner oder in Hinblick auf sein Eintreten für eine atomare Bewaffnung der Schweiz. In all dem aber wird ein Mann sichtbar, mit Ecken und Kanten, mit immensem Wissen und grosser Liebe für die Sache Gottes, mit Zweifeln, Ängsten und Nöten. Jehles Buch ist dick (637 Seiten), aber gut und einfach zu lesen, es ist detailgetreu, aber nicht langweilig, es ist ausführlich, und doch nicht überladen – und entspricht in seiner Dialektik der des Meisters. Wer Brunner selbst kannte, wird begeistert sein, wer ihn gelesen hat, vertieft, und wer ihn noch nicht kennt, dem eröffnen sich Welten gelebten und gedachten Glaubens.








