Das Lukasevangelium Teilband 1 (1.1 - 10.42)
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4 in einem: Ein gelungener Lukas-Kommentar
Kommentare, die es in die eine oder andere mehr oder weniger berühmte Kommentarreihe schaffen, müssen deren Vorgaben Genüge leisten, und dies in vielerlei Hinsicht: Länge, Inhalt, theologische Richtung, Wissenschaftlichkeit uvam.Eckey, emeritierter Professor der Bergischen Universität Wuppertal, hat diese Vorgaben elegant umschifft, indem er seinen Kommentar sozusagen „off shore“ publizierte. Und damit kann er von beträchtlichen Freiheiten profitieren, die sonst kaum einem Werk dieser Art zugänglich sind. GebrauchsliteraturEckeys Werk ist im besten Sinne Gebrauchsliteratur für die Kanzel, den Hauskreis oder sonst Gemeindearbeit, denn dank eben dieser Freiheiten kann er getrost auf die breite wissenschaftliche Auseinandersetzung verzichten – nicht dass sie fehlte, aber sie ist gänzlich in den Fussnoten versteckt.Und der Leser dankt dem Autoren, dass er sich auf den Text und dessen Auslegung konzentrieren kann, ohne am theologischen Kontext wissenschaftlicher Forschung teilhaben zu müssen, von dem er je nach Vorbildung ohnehin nichts versteht. So ist der Kommentar zu einem fundierten, pragmatischen, gebrauchs- und praxisorientierten Werk geworden. 4 in einemEr zeichnet sich insbesondere dadurch aus, dass er die jeweilige Textpassage aus seinem Kontext heraus liest, sie dann mit den Parallelstellen in den anderen drei Evangelien vergleicht und damit ihre Besonderheit hervorhebt.Dies hat den dankeswerten Nebeneffekt, dass der Leser nicht nur einen Text erklärt bekommt, sondern gleich deren 4, denn die synoptischen Vergleiche, die Eckey präsentiert, sind so dicht und klar, dass sie selbst beinahe wieder ein vollständiger Kommentar bilden.Auf diesen Vergleich folgen Analysen zur Sprache, Gattung, allenfalls Exkurse zu historisch-theologischen Fragen („War das Grab leer? – „Die Steuerverpachtung durch Versteigerung“) und dann die Vers um Vers-Auslegung des biblischen Textes. Ein gut traditionelles ProfilEckeys Auslegung profiliert sich nicht dadurch, dass sie methodische Zaubertricke vollführt oder sich bewusst gegen alles wendet, was andere geschrieben haben, sondern dadurch, dass sie nahe am Text bleibt. Er vertritt alles in allem eine Linie, die sich gut in die Auslegungsgeschichte einfügt, dem Leser eine kompakte und kompetente Auslegung präsentiert und in sich stimmig ist.All dies zeichnet sich schon von Anfang an ab: Die Einleitungsfragen (Wer, wie wann, wo, weshalb etc.) sind sehr detailliert gehalten und bieten einen guten Überblick über mögliche und unmögliche Antworten, ohne sich am Ende hinter den Varianten zu verstecken, denn Eckey entscheidet sich und begründet seine Entscheidung treffend. Da weiss man, was man hat! Wenn man etwas an diesem Kommentar kritisieren möchte, dann vielleicht dies: Ein jeweils kurzer Abschnitt zur Bedeutung der Texte in der Gegenwart, zu ihrer Spiritualität, zum Kontext der Kirche wäre schön gewesen und hätte das ganze gut abgerundet. Man spürt: Eckey schreibt für die Menschen der Kirche, des Glaubens. Aber er schreibt mE. etwas zu zurückhaltend. Gerne sähen wir nicht nur den Professor, sondern auch den Pfarrer Eckey Ansonsten: Ein gutes Buch, geeignet für die Fachperson und den interessierten Laien, ein Kommentar, den man gerne zur Hand nimmt.

