Was zeichnet fruchtbare Gemeinden aus?
Die Jährliche Konferenz Tschechien/Slowakei, die vom 28. bis 30. Mai 2010 tagte, beschäftigte sich schwerpunktmässig mit dem Thema «Fruchtbare Gemeinden und was sie auszeichnet». Auf der Grundlage des Buches von Bischof Robert Schnase führten Pastoren in die fünf Kennzeichen ein und gaben Anstösse für die Umsetzung in die Praxis.
In beiden Ländern suchen die Gemeinden nach neuen Wegen, das Evangelium zu leben und weiterzugeben. Dies ist notwendig, denn in der Bevölkerung ist die Zeit vorbei, in der Menschen eine natürliche Offenheit und ein Interesse gegenüber dem Evangelium zeigen.
Tschechien ist eines der am stärksten säkularisierten Länder Europas. In der Slowakei ist der Anteil getaufter Menschen hoch, aber nur ein kleiner Teil von ihnen lebt als praktizierende Christen.
In Prag (Tschechien) laufen die Vorbereitungen, um eine englischsprachige methodistische Gemeinde zu gründen. Die positiven Erfahrungen aus der Arbeit der englischsprachigen Gemeinde in Wien (Österreich) haben den Wunsch geweckt, nun auch in der Hauptstadt Tschechiens eine solche Gemeinde zu eröffnen.
In Tschechien führt die Kirche an vielen Orten sozial-diakonische Institutionen. Diese sind ein ausgestreckter Arm des kirchlichen Dienstes unter sozial Benachteiligten, Abhängigen oder straffällig gewordenen Menschen. Es bleibt aber eine ständige Herausforderung, geeignete und gut ausgebildete Christen für Leitungsaufgaben zu finden.
In beiden Ländern werden seit kommunistischer Zeit die Pastorengehälter in allen Kirchen vom Staat bezahlt. Allerdings ist nicht sicher, wie lange diese Regelung weiter bestehen und wie eine neue Regelung aussehen wird. In der Slowakei wird 2011 wieder eine Volkszählung durchgeführt.
Aufgrund der Zahl von Menschen, die von sich sagen, der EMK anzugehören, bezahlt der Staat eine bestimmte Anzahl Mitarbeitender. Sowohl 1991 wie 2001 war die Zahl der Methodisten in der Volkszählung um ein Vielfaches höher als in den internen Statistiken der Kirche. Dies ermöglichte, eine wesentlich grössere Anzahl von Pfarrern und Missionsmitarbeitenden anzustellen.
Ob dies auch nach 2011 so sein wird, ist ungewiss. Sollte es nicht so sein, würde dies eine neue Herausforderung für die Kirche bedeuten: Die gegenwärtigen Gaben und Beiträge der Mitglieder und Freunde sind vergleichsweise klein, weil die Menschen in beiden Ländern ganz selbstverständlich davon ausgehen, dass der Staat die Gehälter bezahle.
Die nächste Jährliche Konferenz wird vom 27.-29. Mai 2011 in Tschechien stattfinden.
Quelle: Bischof Dr. Patrick Streiff


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