Noch kein Frühling für die Religionsfreiheit
Die Religionsfreiheit ist eines der weltweit am wenigsten beachteten Menschenrechte. Besonders in Ländern mit muslimischen Bevölkerungsmehrheiten kommen Andersgläubige oft stark unter Druck. Angesichts des arabischen Frühlings, in dem viele Menschen nach mehr Freiheit dürsten, ist die Religionsfreiheit Grundvoraussetzung für ein gut funktionierendes und freies Zusammenleben.
Zürich 8.12.2011 (th) - Im vergangenen Jahr wurden in Pakistan zwei hohe Persönlichkeiten - einer von ihnen der Minister für religiöse Minderheiten - ermordet. In Ägypten griff der Mob koptische Christen an. Viele kamen ums Leben. In Nigeria wurden von Christen bewohnte Dörfer geplündert und zerstört. Im Iran setzte die Sicherheitspolizei evangelische Christen ins Gefängnis. Diese und noch viel mehr Beispiele zeigen, dass die Religionsfreiheit vielerorts missachtet wird.Christen besonders betroffenAufgrund dieser besorgniserregenden Situation ruft die Arbeitsgemeinschaft Religionsfreiheit der Schweizerischen Evangelischen Allianz (AGR) dazu auf, die Anstrengungen zur Verwirklichung der religiösen Freiheit zu verdoppeln. Wo im Namen der Religion Macht und Gewalt angewendet wird, haben religiös Andersdenkende zu leiden. In den meisten Fällen sind Christen die Leidtragenden. Besonders bedroht sind Konvertiten, Menschen, die aus Überzeugung zum Christentum übertreten. Viele werden von ihren Familien und der Dorfgemeinschaft ausgestossen oder mit dem Tode bedroht. Scharia- und Blasphemiegesetze unterstützen dies.Religionsfreiheit im Arabischen FrühlingDie christlichen Minderheiten waren schon unter den autoritären Regimes im Nahen Osten und in Nordafrika diskriminiert. Der Erfolg islamistischer Parteien, insbesondere der radikal-islamistischen Nur-Partei der Salafisten in den Wahlen in Ägypten, lassen bezüglich Religionsfreiheit Schlimmes erahnen. Damit steht am Ende des Arabischen Frühlings, wo Menschen nach Freiheit dürsten, die Religionsfreiheit noch mehr auf dem Spiel. „Ohne Religionsfreiheit wird es keine wirklich funktionierende Demokratie und keine wirkliche Freiheit für die Menschen geben“, sagt AGR-Präsident Linus Pfister.Die christlichen Menschenrechtsorganisationender Evangelischen Allianz haben vor einem Jahr beim Parlament eine Petition mit über 50'000 Unterschriften eingereicht, welche Religionsfreiheit in islamischen Ländern fordert. Die Behandlung der Petition im National- und Ständerat steht noch aus.

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