Festliche Einweihung in Solothurn
Zahlreiche Gemeindeglieder und Gäste haben das Wochenende benutzt, um die umgestaltete und erweiterte Kapelle der EMK in Solothurn zu besichtigen. Den Auftakt machte das Frühstück für Menschen am Rande der Gesellschaft, das erstmals wieder in den neuen Räumen stattfinden konnte.
Pfarrer Urs Rickenbacher am Klavier und Gospelsängerin Daniela Elia leiteten zum Hauptprogrammpunkt des Samstag über: Eine prominent besetzte Podiumsdiskussion vermochte zahlreiche Solothurnerinnen und Solothurner in die Kapelle zu locken. Unter der Leitung der Journalistin und PR-Fachfrau Anita Panzer diskutierten der römisch-katholische Bischof Kurt Koch, der neu gewählte Solothurner SP-Ständerat Roberto Zanetti und EMK-Bischof Patrick Streiff über das heute wieder zunehmend thematisierte Verhältnis zwischen Kirche und Staat.
"Eigentlich darf keine Seite von der anderen Erwartungen haben", sagte Zanetti. Umso besser sei es aber, wenn sich Kirchen für das Wohl der Gesellschaft engagierten, wie dies die EMK Solothurn mit ihrem Frühstück für die Randständigen tue.
Zanetti leitet selber die Organisation "Perspektive", die in Solothurn Suchtkranke und andere sozial schwache Menschen betreut. Der Politiker stellte auch fest, dass die politischen Parteien gleich wie die Kirche unter mangelnder Partizipation leiden.
Kurz wurde auch über die Auswirkung der Minarett-Initiative diskutiert, und Patrick Streiff rief in Erinnerung, dass auch der EMK früher das Bauen von Kirchtürmen verwehrt gewesen sei. Bischof Koch warf die Frage auf, wie den Menschen in der heutigen Gesellschaft erreicht werden könnten: Indem die Kirche zu den Menschen gehe und die Neugier auf das Geheimnis des Glaubens neu wecke.
Am Sonntag war die Kapelle erneut gut gefüllt: Ein Festgottesdienst mit vielen geladenen Gästen drückte die Dankbarkeit für das gelungene Bauwerk aus.
In seiner Predigt betonte Bischof Patrick Streiff, dass in einer Zeit, wo der Begriff der Sünde einer Mehrheit der Bevölkerung entfremdet ist, Christen um so eher wieder über ihre persönlichen Erfahrungen mit Gott reden sollten.
Barbara Streit-Kofmehl, Vize-Stadtpräsidentin von Solothurn, lobte das soziale Engagement der EMK, das in der Stadt weit über die Kirchengrenzen hinaus sichtbar sei, und die vorbildliche Zusammenarbeit der Solothurner Kirchen insgesamt. Als Überraschungsgast überbrachte der christkatholische Bischof Harald Rein zusammen mit dem lokalen Kirchgemeindepräsident Urs Niggli auch die Grüsse seiner Kirche: Fast hätte man also in der EMK Solothurn an diesem Wochenende eine ökumenische Bischofssynode abhalten können.
Ein Apero, organisiert von Mitgliedern der Solothurner Latino-Arbeit mit Pfarrer Moises Vasconcelos, lud auch hier zum Verweilen ein.
Die EMK Solothurn hat im vergangenen Jahr rund 2,5 Mio. Franken in ihre Kapelle investiert. Nicht unwesentliche Anteile der Investition wurden in Fronarbeit ausgeführt.
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