Auf dass (nicht nur) der Stärkere gewinne

Theologie im Gespräch“ (TiG), ein Bildungsangebot der Evangelisch-methodistischen Kirche (EMK), befasst sich in einer dreiteilige Seminarreihe mit dem Spannungsfeld zwischen Evolution und Schöpfung. Am kommenden Samstag heisst das Thema „Wo der Darwinismus irrt: auf dass (nicht nur) der Stärkere gewinnt“.

Darwins Gedankengut widerspiegelt sich in den sozialen Herausforderungen unserer Zeit, meist aber ohne dass direkt auf ihn Bezug genommen wird.

Wenn der Sinn des Lebens darin besteht, andere zu besiegen, dann ist das Darwinismus pur. In der heutigen Gesellschaft nimmt vor allem die Frage nach der Leistungsfähigkeit grossen Raum ein.

Immer wieder wird in der Schul-, Wirtschafts- und Sozialpolitik danach gefragt: Welche Form von Erziehung zur Leistung ist sinnvoll? Was bedeutet Leistung am Arbeitsplatz? Wo liegt die Grenze zwischen „Sozialschmarotzern“ und Bedürftigen?

Der Satz, wonach sich die Gesellschaft am Umgang mit den Schwachen messen lassen muss, scheint heute Geschichte zu sein.

Auch in vielen christlichen Gemeinden hat sich ein (un-)heimliches Auswahlverfahren etabliert: Der am besten Angepasste, der überleben wird, ist hier der moralisch angepasste Fromme. Es muss aber ernsthaft zurückgefragt werden, ob dieser Gedanke vor der Realität Bestand hat und ob er sich im Licht von Bibel und Theologie halten lässt.

Die Theologie muss sich der Frage nach der Bedeutung der Leistung stellen. Was bedeutet sie im Licht des Liebesgebotes? Und wie gehen heute Kirchgemeinden mit unangepassten Menschen um? Geht es darum, sie auf den Weg der Anpassung zu führen?

Hauptreferentin an der Tagung vom 6. März ist Dr. Caroline Schröder Field.

Sie ist Pfarrerin der EMK in Winterthur und wird die Stimme der Theologie ins Gespräch einbringen. Was aber hat diese in ganz praktischen Alltagsfragen zu sagen?

Anhand von aktuellen politischen Themenfeldern wird Caroline Schröder Field zur Diskussion über die Förderung der Fittesten oder der Integration der weniger Angepassten anregen. Was bedeutet das in der Schul- und Sozialpolitik?

Am Nachmittag mündet der Anlass in ein Podiumsgespräch zwischen profilierten Politikern aus verschiedenen Parteien und Theologen.

Mit von der Partie sind Jacqueline Fehr, Nationalrätin SP, Lieni Füglistaller, Nationalrat SVP, Markus Wäfler, alt Nationalrat EDU und EMK-Mitglied sowie Adrian Wenziker, Mitarbeiter von Netz4, einem Werk der EMK Zürich 4.