Theologische Hitparade
Kanon der Theologie: 45 Schlüsseltexte im PortraitEUR 39,90
Seit gut 2000 Jahren gibt es christliche Theologie, und im Gegensatz etwa
zur Naturwissenschaft sind die Erkenntnisse der Alten noch längst nicht
überholt, sondern im Gegenteil nach wie vor bedenkenswert. Von dieser
Aktualität durch die Jahrhunderte handelt der "Kanon der Theologie".
45 Bücher von 45 Autoren
aus 20 Jahrhunderten stellt das Werk vor und kann mit Fug und Recht behaupten,
einen Kanonen zusammengestellt zu haben. Denn es reiht sich ein illustrer Name
an den anderen, und ohne Zweifel hat Christian Danz als Herausgeber mit
sicherer Hand nicht irgend ein, sondern jeweils das Hauptwerk des fraglichen
Theologen ausgewählt: „adversus haereses“ von Irenäus von Lyon, „de principiis“
von Origenes, die „confessiones“ von Augustin, die „Theodramatik“ von Hans Urs
von Balthasar, den „Grundkurs des Glaubens“ von Karl Rahner, die „kirchliche
Dogmatik“ von Karl Bart, die „Theologie des Neuen Testaments“ von Rudolf
Bultmann und sehr, sehr vieles mehr. Es entwickelt sich so vor unseren Augen
ein theologisches Panoptikum erster Güte, und man erblasst beinahe in
Anbetracht solch dichtester Gelehrsamkeit. Jedes Jahrhundert weist ihre
spezifischen Fragestellungen auf (Ontologie, Kosmogonie, Erkenntnistheorie,
Apologetik und scholastische Beweisführung, Mystik, Dialektik, Eschatologie,
Klassenkampf uvam.) und findet dafür die entsprechenden Antworten. Und dem
Leser stellt sich unweigerlich die Frage: Was man doch alles wissen könnte,
sollte, müsste...
Ökumenische Ausrichtung
Die Liste der ausgewählten
Bücher ist dreigeteilt: Patristik und Mittelalter (als die Kirche noch eins
war), und seit der Reformation eine Zweiteilung in protestantische Literatur
und katholische. Dabei wird es für den Leser jedweder Provenienz interessant
sein, bei "den anderen" genauer hinzusehen, denn so bekannt die
eigenen Exponenten sind, so wird man mit einem gewissen Schrecken feststellen,
dass man viele „der anderen“ nicht einmal dem Namen nach kennt. Das ist etwas
verwirrend, aber auch horizonterweiternd! Es war für den Herausgeber sicherlich
nicht einfach, den beiden Konfessionen in allem gerecht zu werden, aber gerade
diese ökumenische Ausrichtung macht einen Grossteil des Reizes aus, den das
Buch hat, und dafür ist Christian Danz zu danken.
Klare Strukturen, komplexe Inhalt
Die einzelnen Artikel sind klar und immer ähnlich aufgebaut: Historische und ideengeschichtliche Einordnung, inhaltliche Besprechung, kritische Würdigung und Rezeptionsgeschichte, gefolgt von Quellen- und Literaturangeben. Die einzelnen Artikeln sind von verschiedenen AutorInnen verfasst und im Schnitt 6-8 Seiten lang, was zwar angenehm zu lesen ist, weil es nicht stundenlange Konzentration erfordert, zugleich aber auch etwas problematisch, da es in den meisten Fällen beinahe unmöglich ist, theologische Spitzenliteratur von mehreren Hundert Seiten (und im Falle Barths mehrerer Tausend!) auf so knappem Raum verständlich darzustellen. Dementsprechend komplex fallen die Artikel aus und verlangen trotz oder eben gerade wegen ihrer Kürze intensivste Konzentration.
Kein Buch für Laien – aber ein berauschendes für Kenner
Es entsteht ein ungemein
lehrreiches, interessantes, tiefgründiges Buch über das Wesen und Denken
christlicher Theologie seit ihrer Entstehung, aber es ist kein Buch für Laien.
Allein schon die Diktion erfordert ein gewisses Sachwissen, und der Inhalt ist
ohne Vorwissen nicht verständlich. Wer mit den grundlegenden Fragestellung der
Theologie und den grossen Linien ihrer Beantwortung nicht vertraut ist, wird
sich im Dschungel dieses Kanons heillos verirren. Wer davon jedoch eine gewisse
Ahnung und ein grosses Interesse daran hat, der wird sich an der Wissensfülle
berauschen!
Kanon der Theologie
45 Schlüsseltexte im Portrait.
Herausgegeben von Christian Danz
Wissenschaftliche Buchgesellschaft Darmstadt 2009
geb., 320 S., CHF 67.00
ISBN: 3534207890
Rezension: Dr. Christoph
Schluep, Pfarrer EMK Zürich 4
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