Was Glaube und Begeisterung vermag

Der christliche Footballfilm „Facing the Giants“ (2006) hat über 10 Millionen US-Dollar eingespielt – mit einem Budget von gerade mal 100’000 US-Dollar. Die beiden Brüder Alex und Stephen Kendrick aus der Sherwood Baptist Church in Albany/ Georgia spielen darin eine Pionierrolle in mehrfacher Hinsicht.
Laut der Zeitung „Washington Post“ beginnt die Geschichte 2003 mit einer Idee. Alex Kendrick, zweiter Pfarrer der Gemeinde, und sein Bruder Stephen schreiben ein Drehbuch. Dann werden fünf Filmprofis eingeladen, um bei der Produktion des Films mitzuhelfen. Diese sind nach einem Treffen mit Gemeindegliedern bereit, für ein reduziertes Honorar mitzuarbeiten. Um den Film zu drehen, steht eine einzige Kamera zur Verfügung. Weiteres Material wie zum Beispiel Räder für die Kamera produzieren die Gemeindeglieder selber.
Alex Kendrick übernimmt die Regie und die Hauptrolle im Film. Auch die übrigen Rollen werden mit Gemeindemitgliedern besetzt. Die weibliche Hauptdarstellerin Shannen Fields ist noch nie vor einer Kamera gestanden. Doch das macht nichts; alle helfen mit: Schüler, Hausfrauen und Senioren. Rund 500 Menschen aus der Gemeinde sind vor oder hinter der Kamera an der Realisierung beteiligt. Als zusätzliche Statisten gebraucht werden, bittet man einen örtlichen Radiosender um Hilfe. Mit Erfolg.
Das Ergebnis kann sich Dank der Begeisterung der Laien und der fünf Filmprofis sehen lassen: „Facing the Giants“ wirkt erstaunlich professionell.
Doch kein Filmverleiher will den Streifen ins Kino bringen: Im Film gebe es zu viele Bezüge zu Jesus, bemängeln sie. Einer würde den Film auf DVD herausbringen. Doch die Gemeinde besteht darauf, dass er in die Kinos kommt. Schliesslich geschieht das Wunder: Eine Tochtergesellschaft des Sony-Konzerns kauft den Film, und „Facing the Giants“ läuft erfolgreich im Kino.1
Im 111-minütigen Film geht es um den Footballtrainer Grant Taylor, der seit sechs Jahren wenig erfolgreich an einer High School arbeitet. Ihm droht die Entlassung. Zudem plagen ihn Geldsorgen, und die erhoffte Schwangerschaft bei seiner Ehefrau bleibt aus. Als Taylor erfährt, dass er wohl unfruchtbar ist, fühlt er sich am Ende seiner Kräfte. Verzweifelt bittet der Gott um Hilfe für seine Probleme. Seine Gebete werden erhört: Die Situation in der Schule und zu Hause beginnt sich zu verbessern …
Den Film als typisch amerikanische christliche Erfolgsgeschichte zu disqualifizieren, wäre unfair, denn die Brüder Kendrick liessen sich von wahren Erlebnissen inspirieren und bauten diese ein.
Wäre so etwas auch bei uns denkbar? Meine Antwort: Ja. Angepasst an unsere Verhältnisse, würde sich auch in der Schweiz ein professioneller christlicher Film realisieren lassen. Ich träume davon. Das Beispiel „Facing the Giants“ zeigt, was Begeisterung vermag und dass bei Gott nichts unmöglich ist.
lex Kendrick sagte gegenüber der „Washington Post“: „Wir haben diesen Film nicht gemacht, um Geld zu verdienen. Wir wollten, dass die Kinobesucher beschliessen, enger mit Gott unterwegs zu sein.“
Foto: Wikipedia

