Batman im Fegefeuer

Der erste Lego-Film war eine Sensation: Klever gemacht, spannende Vermischung und Verschiebung der Ebene, lustige und auch tiefsinnige Charaktere, und vor allem: Die Legomännchen im Lego-Film bauen mit Legos. Nun ist die Fortsetzung erschienen – kann das noch besser werden?

Der Protagonist ist Batman, der Fledermausmann, und er unterscheidet sich kaum von seinen Fleischvorgängern: Zornig, dunkel, tiefe Stimme, viel Technik, viel Gewalt, kurz: der einsame Rächer im Untergrund. Das ist nicht gerade überraschend, vielleicht insofern ein bisschen, als er die verschiedenen Charaktere der Batman-Filme in sich vereint und sich zuweilen sogar etwas lustig über sie macht.

Das ganze Arsenal an Schurken versammelt sich quasi zur Endschlacht, um der Feldermaus endlich den Garaus zu machen. Unter der Führung seines Erzfeindes Joker mobilisieren sie alles, sogar einen Trip in die Hölle, um auch noch die ganz Bösen für sich zu rekrutieren. Grosses Chaos ist angesagt. Das ist technisch brilliant gemacht und auch noch lustig und unterhaltsam, aber an die Leichtigkeit des ersten Films kommt es eben doch nicht heran. Leider haben es die Macher verpasst, das Legobirchermüesli wieder kreuz und quer durch die Steinsammlung anzurichten, statt dessen fokussieren sie sich auf einen einzigen Charakter. Das ist etwas schade, denn das Lego-Universum wäre doch so viel grösser.

Wie dem auch sei: Batman schlägt die Bösen, realisiert aber erst zu spät, dass er damit dem Masterplan der Schurken in die Hände arbeitet. Und jetzt braucht Batman Hilfe. Und die bekommt er auch, doch als es wirklich brenzlig wird, lässt er sich nicht mehr helfen, denn er arbeitet ja alleine. Tja, und dann wird es rührselig: Batman kriegt ordentlich Haue, wird in die Hölle verbannt, muss einsehen, dass er falsch gehandelt hat – und diese Einsicht hebelt die Gesetze des Lego-Universums aus, er kommt zurück, entdeckt seinen Teamgeist uswusf.

Die Szene in der Hölle, die lustiger- oder doch wohl familiengerechterweise im Himmel ist, erinnert an das jüngste Gericht oder das Fegefeuer: Dem Sünder wird die Wahrheit seines Lebens und gleich dazu die Rechnung präsentiert. Wird er reuig? Bleibt er stur? Batman ist einsichtig, wie auch sonst, und bekommt eine zweite Chance. Keine nur schlechte Idee, aber es geht alles so schnell und so einfach und so gut. Wenn schon quasi-religiöse Themen angeschnitten werden, dann wäre ein bisschen Tiefgang nicht unpassend. Aber eben: Es muss ja kindsgerecht sein, eine kurze Entschuldigung macht alles wieder gut, Batman ist zurück, und zusammen schlagen sie alle Bösen kurz und klein. Und wenn sie nicht gestorben sind, leben sie noch immer wohl vereint als Familie und warten, bis die Fortfortsetzung sie ruft.

 

Regie: Chris McKay

Voices of: Will Arnett, Rosario Dawson, Ralph Fiennes, Michael Cera, Zach Galifianakis, Mariah Carey

Filmlänge: 105 Min.
Version: Edf in 3D

Ab 9. Februar 2017 im Kino

 

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