Gewaltakt gegen römisch katholische Kirche in Frankreich betrifft uns alle

Hinter uns liegen Tage des Erschreckens und der Verunsicherung. Es bewegt uns zuallererst Trauer über den Tod von vielen unschuldigen Menschen, Christen, Juden und Muslimen ohne Unterschied, die zu Opfern der Terroranschläge des sogenannten „Islamischen Staates“ wurden. Wir sind in Gedanken und im Gebet bei den Angehörigen der unschuldigen Opfer, die nicht begreifen können, ihre Liebsten so unerwartet und sinnlos verloren zu haben.

Gross ist unsere Trauer gleichzeitig wegen der Ermordung von Pfr. Jacques Hamel, der am vergangenen Dienstagmorgen während einer Messfeier in dem kleinen Ort Saint-Étienne-du-Rouvray nahe der Stadt Rouen in Frankreich zum brutalen Opfer eines neuen Anschlags der radikalen Terroristen wurde. Diese Gewalttat ist offensichtlich gegen Christen gerichtet, betrifft aber alle Menschen guten Willens. Es ist abscheulich, einen Geistlichen, der für Frieden und Versöhnung einsteht, umzubringen. Es handelt sich um eine monströse Herausforderung des Bösen, der wir gemeinsam, über Glaubensgrenzen hinweg, entgegentreten müssen. Kirchen, Synagogen und Moscheen sind Gotteshäuser, sie werden von Menschen als heilige Orte erfahren, in denen gebetet und der Name Gottes öfters erwähnt wird. Gerade deshalb müssen diese Kultstätte respektiert und beschützt werden. Freiheit, insbesondere auch Glaubensfreiheit, Selbstbestimmung und Selbstverantwortung, Achtung vor dem menschlichen Leben, Einheit in Vielfalt: Das sind die Werte für die alle Mitglieder des Rates der Religionen einstehen.

Der Schweizerische Rat der Religionen spricht der römisch-katholischen Kirche in Frankreich und weltweit sein aufrichtiges Beileid aus.

Gottfried Locher

Vorsitzender des Schweizerischen Rates der Religionen

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